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VW und BMW haben es getan. Beide Autobauer haben ihr Markenlogo jüngst einem Redesign unterzogen. Die Logos kommen moderner, klarer und einfacher daher. Beide mit einer flachen 2D-Optik, das heißt keine Schatten oder Verläufe mehr. Es wurde viel darüber diskutiert und es gab viel Lob – aber auch Kritik.

Bei einem Redesign geht es nicht darum, ein neues Logo zu gestalten, sondern das bestehende Logo anzupassen. Also die markanten Elemente aufzugreifen und in ein stimmiges Gesamtkonzept zu bringen.

Was gibt es zu beachten?

Die Herausforderung dabei ist, dass bestehende Kunden das Logo wiedererkennen und dass es für Neukunden aufmerksamkeitsstark und ansprechend gestaltet ist. Bei einem Redesign ist es wichtig, dass der Charakter einer Marke erkennbar bleibt. Zum Beispiel die prägnante Form, der spezielle Schriftzug oder eine etablierte Farbe.

Wann sollte ein Logo angepasst werden?

  • Es gibt keine Formel oder Faustregel wie „alle 5 Jahre“. Es gibt aber gute Gründe:
  • Die Marke hat sich neu positioniert (Neuausrichtung des Unternehmens)
  • Die Haltung einer Marke ändert sich (zum Beispiel durch einen Führungswechsel)
  • Die Marke fusioniert oder spaltet sich ab und erhält damit eine neue Ausrichtung
  • Das Leistungsportfolio hat sich geändert, z. B. weil neue Bereiche hinzugekommen sind
  • Das Logo entspricht nicht der gewünschten äußere Wahrnehmung (Imagewandel)
  • Das Logo spricht die gewünschte Zielgruppe nicht an
  • Das Logo hat keinen frischen und zeitgemäßen Look mehr

Was macht ein gutes Logo aus?

  • Einfachheit: Jemand sollte ihr Logo einfach nachzeichnen können, es sollte also nicht zu kleinteilig oder zu kompliziert sein.
  • Unverwechselbarkeit: Das Logo sollte sich von Ihrer direkten Konkurrenz gut abheben. So, dass es zu keiner Verwechslung führt.
  • Einprägsamkeit und Verständlichkeit: Der Kunde sollte ihr Logo unmittelbar mit ihrem Unternehmen in Verbindung bringen können. Dafür sollte es eine Geschichte erzählen, Assoziationen und Gefühle auslösen.
  • Reproduzierbarkeit: Das Logo sollte jederzeit gut einsetzbar sein. So zum Beispiel, wenn es klein abgebildet wird, oder nur in schwarz/weiß daherkommt.

Vorbereitung ist alles Ein Logorelaunch einfach so? Nein, besser nicht. Das sollte gut durchdacht sein und strategisch begleitet werden. Zuerst sollte die Positionierung der Marke stehen. Unerlässlich, um einen gesamten Markenauftritt guten gestalten zu können. Meist umfasst ein Relaunch nämlich nicht nur das Logo, sondern oft auch das gesamte Corporate Design. Wenn die Positionierung steht, arbeitet Silberball mit Archetypen. Diese geben eine Richtung vor, die hilft das Logo „richtig“ zu überarbeiten. Das betrifft z.B. Schriftart, Farbe und Form (Symbolik).

Gibt es einen Trend?

Wenn man beispielsweise VW und BMW betrachtet, könnte man sagen: ja. Zumindest in der Automobilbranche. Der Trend geht in Richtung flache 2D-Optik. Daneben gibt es aber auch unzählige andere Trends, die gleichermaßen ihre Berechtigung haben (sofern sie mit der Positionierung des Unternehmens einhergehen).

Das gleiche trifft auf Schriften zu. Seit einiger Zeit sind Handschriften en Vogue. Eine schöne Sache, jedoch nicht immer passend. Denn die Schrift sollte längerfristig zur Marke passen. Also nicht immer gleich einem Trend hinterherrennen. Außer sie erhebt das Zeitgeistige zum Prinzip – wie sogenannte fraktale Marken – um sich allen Interessensgruppen zu öffnen. Eine Strategie, die jedoch in den wenigsten Fällen aufgeht.

Transformation im Web

Heute spielt sich viel im digitalen Raum ab. Da gibt es natürlich weitere Möglichkeiten, wie man mit einem Logo „spielen“ kann (durch Animationen oder kurzzeitige Veränderungen wie das berühmte Google Doodle). Es gibt aber auch neue Anforderungen, die ein Logo erfüllen muss. Das Prinzip des Responsive Designs spielt auch bei der Logogestaltung eine Rolle. Das bedeutet beim Relaunch: Skalierbarkeit beachten!

Das Prolux-Logo Das neue Prolux-Logo ist dem alten sehr ähnlich. Jetzt jedoch leichter, freundlicher, eleganter und angenehmer zu lesen. An die Stelle des Endorsements tritt jetzt der Claim „Fühl dich wohl“, der ebenfalls die weiche Seite des Schweizer Gebäudetechnikspezialisten betont.

Das THOMSIT-Logo Die markantesten Neuerungen: Der THOMSIT-Schriftzug wurde in Versalien gesetzt, der schwarze Balken schräg gestellt und der neue Claim „make it“ ergänzt. Hier findet sich auch die etablierte Farbe Magenta wieder. Das gesamte Erscheinungsbild wirkt nun dynamischer, präsenter und mitreißender. Das sind auch die im Positionierungsprozess definierten Thomsit-Markenwerte.

Das Projekto-Logo Von Heldenfarben zu Rebellenfarben. Das Logo des Engineering-Unternehmens wirkt nach dem Redesign härter (obwohl es weniger kantig ist) und angriffslustiger. Das neue Markensymbol greift den Anfangsbuchstaben von Projekto auf und beschreibt eine abstrahierte, dreidimensionale Form – vielleicht eine gehisste Piratenfahne?

Das Bonnevit-Logo Die Serifenschrift von „Bonnevit“ wurde durch eine moderne „Halb-Serife“ Schrift mit mehr Körper, Rundungen und Verspieltheit ersetzt. Die Ähre ist nun weniger filigran und optisch klarer. Die Farbe des Schriftzugs bekam ein kräftiges Violett und wirkt nun wärmer und lustvoller – passend zur Positionierung als Kreateur. Der Claim „für dich kreiert“ wurde in einer Handschrift gesetzt und signalisiert Leidenschaft, Individualität und Kreativität.

Das Kaiser-Logo Die rote Fahne des Kaiser-Logos wurde beibehalten. Allerdings wurden die unteren Ecken abgerundet und die Schräge entfernt – für mehr Weichheit, Ruhe und Standfestigkeit. Für den Schriftzug „Kaiser“ wählten wir eine serifenlose und abgerundete Schrift. Passend zur abgerundeten Fahne. Das Größenverhältnis von Schriftzug und Tannensymbol wurde umgedreht, um das ursprüngliche Markensymbol von 1889 zu betonen – und damit die lange Tradition herauszukehren sowie den Naturbezug, den alle Kaiser-Bonbons auszeichnet.

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