In Markenstrategie

Möbel gelten als Inbegriff für innovatives Design. Aber sind sie auch beim Branding auf der Höhe der Zeit? Wir haben uns auf der Möbelmesse in Mailand umgeschaut.

Im „salone del mobile“ fällt eines sofort auf: Möbelhersteller brauchen ein besseres Branding!

Es geht auch mit Logo

„Die Möbelindustrie muss viel von den anderen lernen. Wenn man ein Auto betrachtet, sieht man als erstes das Logo der Marke und dann das Auto, während man bei einem Möbel fast nie die Marke erkennt“, sagt der niederländische Designer Richard Hutten im Interview. Für seinen Stuhl der Marke Moroso musste er den Hersteller erst überreden, das Logo der Marke auf der Rückseite des Designs zu platzieren. „Es springt einem nicht sofort ins Auge, aber es ist da, so dass man einfach die Marke erkennen kann. Menschen kaufen nicht nur Möbel, weil sie ihnen gefallen, sie kaufen sie auch von bestimmten Marken.“

Der Branding-Vergleich mit anderen Branchen

Die Möbelindustrie könnte von anderen lernen, zum Beispiel von der Automobil- oder Elektronikindustrie. Beide Sparten sind auf der Möbelmesse omnipräsent ­– von eigenen Ständen, Erlebniswelten und Promotionteams bis hin zur weltweit ersten Präsentation der Apple Watch auf der Messe. Automobilhersteller MINI glänzte mit seiner Installation „urban perspectives“, bei der ein Elektroscooter, entworfen vom spanischen Möbel-Designer Jaime Hayon, präsentiert wurde.

Im Vergleich dazu machen die Möbelmarken keine gute Figur. Ein positives Beispiel für starkes Branding ist allerdings Moooi. Designer Marcel Wanders entwirft nicht nur Möbel, er sorgt mit seiner Art Direction für ein klares und differenzierbares Erscheinungsbild der Marke.

 

Autor Georg Lippitsch von Silberball war in Mailand. Als Creative Director von Silberball hat er sich dort nicht nur für Möbel-Design interessiert, sondern auch für Marken-Branding. www.silberball.com

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