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Es ist Ende Februar 2020. Felix Steininger ist seit zehn Jahren Texter und Konzepter bei Silberball. Höchste Zeit, ihn zum Interview für diesen Blog zu bitten.

 

Felix, du arbeitest seit einer Dekade bei Silberball. Hättest du gedacht, dass du es so lange aushältst?

Ja, warum nicht? Die Arbeit ist extrem abwechslungsreich und es gibt immer neue Herausforderungen – in Form neuer Kunden, neuer Projekte oder neuer Kommunikationskanäle.

Was reizt dich persönlich am meisten an deinem Job?

Dass es so viele Schnittmengen zu anderen Disziplinen gibt. Texte und Konzepte braucht es fast überall. Ich komme mit Bewegtbild, Fotografie, Grafikdesign, Webdesign, Hörmedien aber auch mit allen Facetten der Markenberatung in Berührung. Schön ist auch, dass die Branchen, für die ich schreiben darf, bunt gemischt sind: von der Bauchemie- über die Büromöbel- bis hin zur Tourismusbranche ist bei Silberball alles dabei.

Das klingt nach einem sehr breiten Anforderungsprofil. Wie wird man eigentlich Texter in einer Agentur?

Da gibt es zwei Möglichkeiten. Möglichkeit eins: Man schreibt eine Bewerbung, legt Textproben bei, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen und übersteht dann zwei Schnuppertage. Die zweite Möglichkeit: Man studiert vorher Germanistik, Komparatistik oder etwas Ähnliches und bewirbt sich dann. Ich habe den ersten Weg gewählt – und hatte wohl auch etwas Glück.

Was sollte man als Texter und Konzepter mitbringen?

Eine Affinität zum geschriebenen Wort sollte vorhanden sein. Freude am Formulieren. Und eine positive Grundeinstellung.

Jetzt die wohl häufigste Frage an einen Texter: Wie schreibt man einen guten Text?

Da gibt es die geheime 3Ü-Regel, die bei mir gut funktioniert. Die Üs stehen für überlegen, überraschen und überarbeiten. Also vorher nachzudenken, wer ist meine Zielgruppe, was will ich erreichen, wo wird publiziert, welche Mittel stehen zur Verfügung etc. Überraschen sollte man zuallererst sich selbst. Mit neuen Inhalten, Formulierungen, Vergleichen etc. Dann wird es einem nicht fad über die Zeit. Und der Leser denkt sich auch, „oh, so habe ich das noch nie betrachtet oder gelesen“ und liest den Text dann im Idealfall zu Ende. Überarbeiten ist auch sehr wichtig, den Text also nochmal mit der Grammatikbrille, der Kundenbrille, der Verständlichkeitsbrille oder der Was-kann-ich-weglassen-Brille lesen.

Wo findest du Ausgleich zu deinem Job?

Beim Fahrradfahren.

Danke, Felix, für deine Zeit!

Immer doch.

 

Das Interview führte Felix mit sich selbst.

 

 

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